Meldung 29. Januar 2025

Die Sozialabgaben drohen bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode auf 46 Prozent zu steigen. Mit dem Wirtschaftswarntag 2025 soll deutlich werden: Die Lohnzusatzkosten gefährden die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Die Wirtschaft fordert eine Senkung der Beitragssätze auf unter 40 Prozent.

Die dynamisch steigenden Sozialabgaben drohen zum Bremsklotz für den Aufschwung der deutschen Wirtschaft zu werden. Nach neuen Berechnungen des IGES-Instituts wird die Abgabenlast in der Sozialversicherung ohne Reformen bis 2035 auf 49 Prozent steigen. Die einst geltende Obergrenze von 40 Prozent rückt damit in weite Ferne - mit massiven Folgen für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Schon heute ist die Abgabenlast auf Arbeit eine der höchsten der Welt. Die Spitzenverbände der Deutschen Wirtschaft, BDA, BDI, DIHK und ZDH, fordern eine Kehrtwende in der Politik: Der Standort Deutschland habe enorm an Attraktivität verloren. „Die 40-Prozent-Grenze bei den Lohnnebenkosten muss wieder eingehalten werden. Sonst wird Arbeit immer unattraktiver, erklärt BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter. Die steigenden Lohnzusatzkosten treffen die deutschen Unternehmen in einer Wirtschaftskrise historischen Ausmaßes. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erwartet auch für 2025 eine schrumpfende Wirtschaft - das dritte Jahr in Folge. „Deutschland droht die längste Rezession der Nachkriegszeit“, warnt BDI-Präsident Peter Leibinger.

Wirtschaftswarntag: Verbände und Unternehmen für Kurswechsel

Mit einem bundesweiten Aktionstag machten Wirtschaftsverbände und Unternehmerinitiativen im Januar auf die aktuellen Gefahren und Herausforderungen für den Standort Deutschland aufmerksam. Ziel des Wirtschaftstages ist es, die nächste Bundesregierung auf eine Politik zu verpflichten, die Deutschland wieder zu wirtschaftlicher Stärke führt. Eine Grundlage dafür ist die Rückkehr zur Obergrenze der Sozialabgaben von 40 Prozent.

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) unterstützt den Wirtschaftswarntag und die Forderung nach einem Kurswechsel. Für eine verantwortungsvolle Gesundheitspolitik in der nächsten Legislaturperiode heißt das: Priorität muss das Auskommen mit den vorhandenen Einnahmen haben. Denn nur nachhaltiges Wirtschaftswachstum und mehr Eigenvorsorge sichern dauerhaft die Leistungsfähigkeit der sozialen Sicherungssysteme in unserer alternden Gesellschaft. Mittel- und langfristig brauchen wir deutlich mehr Kapitaldeckung, um für die geburtenstarken Jahrgänge finanziell gerüstet zu sein, ohne die Jüngeren zu überfordern.


Interview-Serie „Starke Stimmen - starkes Gesundheitssystem"

Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über Herausforderungen und Lösungen für das Gesundheitssystem

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