Prävention

Die Bundesregierung startet eine neue Informationskampagne zur Stärkung der psychischen Gesundheit in allen Lebenswelten. Der PKV-Verband unterstützt diese „Offensive Psychische Gesundheit“ als Partner und Mitglied der Nationalen Präventionskonferenz.

13.10.2020 – Erschöpft und den Blick ins Leere gerichtet: Die Protagonisten der aktuellen Informationskampagne der Bundesregierung sind bei der Arbeit, in der Universität oder im Homeoffice – und gezeichnet von dauerhaftem Stress und dauerhafter Überlastung. Darauf folgt nicht selten eine psychische Erkrankung. Rund 18 Millionen Menschen in Deutschland erkranken jährlich wegen psychischer Probleme. Psychische Erkrankungen sind in Deutschland längst Volkskrankheit – und trotzdem noch immer ein Tabuthema. Nur jeder fünfte Betroffene holt sich professionelle Hilfe.    

Diesen Zustand will die „Offensive Psychische Gesundheit“ ändern, eine Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Das Bündnis setzt sich für einen offenen Umgang mit psychischen Belastungen in der Gesellschaft und einen besseren Zugang von Betroffenen zu Präventionsangeboten ein. Zu den Partnern der ersten Stunde gehören neben den gesetzlichen Krankenkassen und dem PKV-Verband auch die Rentenversicherung sowie Unfallversicherungsträger und Berufsgenossenschaften, die Bundesagentur für Arbeit, berufsständische Verbände von Psychologen und Psychotherapeuten sowie Bündnisse und Betroffeneneinrichtungen im Bereich psychische Gesundheit.

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Psychische Gesundheit als zentrales Handlungsfeld

Jeder Mensch kennt psychische Belastungen und jeder Mensch kann aus dem psychischen Gleichgewicht geraten als Folge anhaltender belastender Lebensumstände oder individueller Veranlagungen. Psychische Belastung kommen daher in allen Teilen der Bevölkerung und in allen Lebenswelten vor. Die Nationale Präventionskonferenz (NPK) hat die psycho-soziale Gesundheit deshalb als ein zentrales Handlungsfeld in ihren Bundesrahmenempfehlungen verankert. Als Mitglied der NPK hat der PKV-Verband das Ziel der seelischen Gesundheit lebensweltübergreifend in seine Präventionsaktivitäten aufgenommen.

Seelische Belastung durch Covid-19-Pandemie

Ein Schwerpunkt zum Start der Offensive sind die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Beschäftigten. Laut einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts InSites Consulting für den Mental Health Report haben 32 Prozent der Deutschen im Verlauf der Krise eine Verschlechterung der eigenen psychischen Verfassung beobachtet. Jeder vierte Teilnehmer gab an, das Gefühl zu haben, die Kontrolle über das eigene Leben verloren zu haben.

„Nicht nur eine Infektion selbst kann krankmachen, sondern auch die Sorge davor. Die Corona-Pandemie bedeutet für viele auch eine enorme psychische Belastung, die bei manchen sogar behandlungsbedürftig werden kann. Gerade in dieser Zeit ist es deshalb wichtig, mit Aufklärungsarbeit und Unterstützungsangeboten für psychische Gesundheit zu sensibilisieren und einen frühen Zugang zu Hilfe zu erleichtern“, hob Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Bedeutung der Initiative in der aktuellen Corona-Krise hervor.